BIA MALT

Malerei
Acryl auf Leinwand


Eröffnung: 29. Juni 2011 um 19 Uhr
30.06 bis 09.09.2011
Besichtigung nach tel. Ver. 0699 10250925


Bia malt
Wenn Bia malt, dann ist das vielschichtig, in jeder Hinsicht. Ganz wörtlich, weil sie ihre Arbeiten immer wieder übermalt, radikal von vorne beginnt oder wie Patchwork Altes und Neues, Schicht um Schicht übereinander legt und zusammenflickt. Vielschichtig ist die Wahl ihrer Methoden: leuchtend Buntes trifft auf Schwarz/Weiß, Abstraktes auf Gegenständliches, flächiges Acryl auf feinen Pinselstrich, der Figuren wie Edding umzieht. Und vielschichtig sind auch die Motive, die klar scheinen, sich einer einfachen Interpretation aber entziehen.



Und wie geht es Ihnen gerade?
Zur Malerei von Bia

Auf dem Bild schiebt sich das große Blatt eines Philodendrons vor das Gesicht eines Mannes in grau, der die Hände in den Hosentaschen hat. Wie klein und grau und unbeachtet muss der sich denn fühlen? Erst auf den zweiten Blick sehen wir, dass das Gewächs aus dem Ärmel einer Frau sprießt. Die Mauern, die uns umgeben, machen wir jedenfalls selbst.
Auch bei ihren großformatigen Acrylbildern bleibt die Grafikerin, Illustratorin und Künstlerin Bia meistens beim illustrativen Stil. Einfach gehaltene gegenständliche Konturen und relativ homogene Farbflächen. Und trotzdem muten sie nicht an wie Comicausschnitte, denn die Konturen sind unregelmäßig, fransen aus, es mischen sich verstärkt malerische Techniken dazu. Da es keine Schatten gibt scheinen Bias meist menschliche Figuren mit ihrer Umgebung zu verschmelzen. Da ist kein Vorne oder Hinten, keine räumliche Position, die dem Betrachter/der Betrachterin zugedacht wird. Sondern nur ein Mittendrin. Und darum geht es in der Malerei von Bia. Sie berichtet von Seins- und Gefühlszuständen. Und wie geht es Ihnen gerade?
Unterkühlte, dichte Urbanität beeinflussen diese Bild gewordenen Zustände dabei genauso wie die Realität des Digital Age: Scheinbar alles durchdringend, voller Möglichkeiten, aber genauso Nirwana. Immer wieder tauchen digitale Treppeneffekte in der Gestaltung der Farbflächen auf oder beginnen sich Bias Helden/Heldinnen regelrecht pixelweise aufzulösen. Isolation und emotionaler Distanz, die in ihren Sujets immer wieder anklingen, wird positiv eigentlich höchstens die Natur entgegen gehalten, oder besser: die Sehnsucht nach ihr. Als verlässlichste Medizin, um irgendwie Mensch zu bleiben.
von Tina Thiel




Bia

1976 geboren in Linz,

lebt und arbeitet in Wien


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